Ludwig Erhard    

"Wegbereiter der Währungsreform, Vater des Wirtschaftswunders und Erfinder der sozialen Marktwirtschaft" sind einige der häufig verwendeten Beinamen Ludwig Erhards. Bayrischer Wirtschaftsminister 1945 - 1946, dann erster Wirtschaftsminister des Bundes von 1949 - 1963 sowie zweiter Bundeskanzler von 1963 - 1966 waren die wichtigsten politischen Ämter, die der 1897 in Fürth geborene Kaufmannssohn ausübte.  

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Noch heute gilt das wirtschaftspolitische Lebenswerk Erhards als die Erfolgsstory der deutschen Nachkriegsgeschichte schlechthin. Ludwig Erhard ist geradezu das personifizierte Symbol des wirtschaftlichen Aufstiegs in Westdeutschland. In den ersten 15 Jahren der Bundesrepublik war er neben Konrad Adenauer einer der populärsten Politiker.

Ludwig Erhards Erfolg kam nicht von ungefähr. Anderthalb Jahrzehnte, bevor er in ein politisches Amt berufen wurde, hat er als Wissenschaftler intensiv über den notwendigen politischen Ordnungsrahmen nachgedacht und die grundsätzlichen Probleme des modernen Wirtschaftslebens in seinen Seminaren ausgiebig erörtert. Er hat die jüngere Wirtschaftsgeschichte und die Situation seiner Zeit studiert, ebenso wie die industrielle Revolution und die soziale Frage des 19. Jahrhunderts, das Auf und Ab der Konjunkturen, die große Inflation der zwanziger Jahre und die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der dreißiger Jahre. Er hat über die Ursachen dieser Probleme gründlich nachgedacht und seine Erkenntnisse wieder und wieder in wirtschaftspolitischen Zeitschriften dargelegt - solange, bis ihm die Nationalsozialisten in die Feder fielen. Er hat weitergearbeitet, unbeirrt, manche sagen: waghalsig, Denkschriften verfasst, die im Untergrund zirkulierten. Vor 1945 wurde Erhards Name immer wieder genannt, als man überlegte, wer beim Aufbau einer Friedenswirtschaft gute Dienste leisten könne.

Mit seinen gegen alle Widerstände umgesetzten Idealen Vernunft, Bescheidenheit, Fleiß, Phantasie und Verlässlichkeit kann Ludwig Erhard auch unserer von Krisen geschüttelten und nach neuer Orientierung suchenden Wirtschaft, Politik und Gesellschaft Vorbild und Wegweiser sein.

 

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